Die Hunde vom Chesapeake Bay…

English Version below!!!

Wenn die Natur nicht freundlich ist prägt sie auf besondere Art ihre Menschen und die Hunde.
Nicht viele sind diesen besonderen Herausforderungen gewachsen.
Es lebt sich auf unterschiedlichste Arten gefährlich in der Unzugänglichkeit einer der bedeutendsten Naturlandschaft Nordamerikas und der daraus resultierenden Einsamkeit.

Chesapeake Bay Retriever Looking At Camera

Einsiedler und ihre Hunde waren und sind selten Romantiker, trotzdem werden sie gerne als solche verklärt.
Einsiedler und ihre Hunde sind auf notwendige Weise anspruchsvoll und hart gegen sich und ihre Begleiter.
Einsiedler und ihre Hunde werden geformt wie die natürliche Gegebenheit es von ihnen verlangt.

Der Hund der Bewohner des Chesapeake Bay trägt die kernigen Anforderungen seiner Herkunft innerlich wie äußerlich.
Seine Fellfarben vermischen sich wie auf einer Palette mit den Farbnuancen der Natur.
Braun wie die frische Erde, gelb wie langes, trockenes Gras und rötlich wie der Laubwald.
Möge seine Färbung auf flüchtige Betrachter etwas unscharf oder matt wirken, entfalten sie in natürlicher Umgebung ihre Intensität. In ihr wird ihre natürliche Schönheit sichtbar.

Geformt vom großen Fluss ist sein Fell dicht, ölig und schütz seine Haut vor Wasser und Kälte.
In den rauen Wintermonaten bricht er mühelos mit seinem Körper Eis, um auf der Jagd „seinen“ Job für „seinen“ Menschen zu tun. Versucht sich die Beute durch raffinierte Winkelzüge zu entziehen, taucht der Chessie einfach hinterher.

Glücklich der, der den Chesapeake Bay Retriever das erste mal auf der Jagd erlebt.
Selten ist es Liebe auf den ersten Blick. Jedoch spürt man unmittelbar die Würde und Erhabenheit der Hunde. Bei der ersten Begegnung murmelt mancher Betrachter ergriffen: „Was sind das für Hunde?“
Imposant und faszinierend bewahren sie ihre Distanz und verlangen diese ebenso von Menschen und Artgenossen. Unüberlegte distanzlose Übergriffe wie sie ihre Retriever Verwandten fast schon selbstverständlich über sich ergehen lassen müssen, verbieten sich beim Chesapeake ganz natürlich.
Es braucht ein „ihn erfahren“, ein „auf ihn einlassen“, um in die Seele des Chesapeake zu blicken. Der Chesapeake Bay Retriever verzaubert die Menschen die bereit sind auch einmal neben den ausgetretenen Pfaden zu gehen.

So anspruchslos an seine äußeren Bedingungen, so anspruchsvoll in Beziehungen.
Er bewacht seine Menschen und dessen Hab und Gut auch wenn dieser es nicht für nötig hält…Entgegen manchem hündischen Jagdkollegen vergisst er das „Wachen“ auch nicht unter der Ablenkung der Jagd. Mit Waffe und ihrem Chesapeake Bay Retriever braucht sich keine Jägerin im Wald beunruhigen zu lassen.
Selbstbewusstsein und Konsequenz in seinen Handlungen zeichnen ihn aus.
Gleiches verlangt er von seinem Menschen. Er fordert Persönlichkeit und Verlässlichkeit noch etwas radikaler als andere Hunde.

Vor Jahren folgten meine Tochter und ich einer Jagdeinladung ins Glottertal im Schwarzwald. Die Wege waren einen halben Meter dick vereist, im Wald lag eine geschlossene Schneedecke von über einem Meter. An den Hängen waren umgestürzte Bäume, Felsbrocken und sonstiges Geröll nicht mehr auszumachen. Die drei Chesapeake Bay Retriever einer Jägerin kämpften sich unermüdlich, systematisch und ohne Kräfteverlust durch diese schwierigen Bedingungen. Gegen Ende dieser anstrengenden Jagd waren wir Menschen und Hunde erschöpft durch die körperliche Anstrengung und die Konzentration, die dieser Tag uns abverlangte.
Manche Hunde hatten deutliche Blessuren doch die Chesapeake´s standen ungerührt bei ihrem Frauchen. Dies war ein Tag in ihrem Sinne, auch für ihr Frauchen. Zufällig konnte ich hören wie sie einem anderen Treiber gegenüber äußerte, „es hätte auch noch etwas mehr sein dürfen“…an diesem Tag, der „normalen“ Hunden (auch Terriern) und uns Jägern alles abverlangt hatte!
Die kompromisslose Arbeitseinstellung und Unempfindlichkeit gegen äußere Bedingungen kann keine Befriedigung alleine durch Spaziergänge erfahren.
Im Dummytraining kann der Chesapeake Bay Retriever nicht der schnellste sein. Dafür darf sein Trainingsgelände möglichst unwirtlich und rau sein. Gerne auch mit zugefrorenen Wasserläufen durch die er sich arbeiten kann.
Seine Hingabe gilt seinem Menschen. Bei ihm wird der Chessie, nach gewissenhafter Persönlichkeitsüberprüfung, weich und sogar charmant.
Zeigen sich die anderen Hunde seines Rudels lebhaft und locker steht der Chesapeake selbstverständlich beobachtend an der Seite des Menschen. Die klugen Augen beobachten wachsam, gelassen und selbstbewusst ihre Umgebung.

Die Entscheidung für einen Chesapeake braucht Mut und Überlegung. Das Leben mit diesen Hunden fordert den Menschen. Andere Retriever sind sicherlich unkomplizierter oder wir sind eher an ihr Verhalten gewöhnt. Der Chesapeake mit seiner Distanziertheit und seinem ausgeprägten Wesen verlangt in der Erziehung und Ausbildung Struktur. Gerade seine Anspruchslosigkeit torpediert gängige Ausbildungsmethoden und zwingt zum „neu denken“.
Denke ich an Chesapeake Bay Retriever habe ich ein bestimmtes Bild vor Augen:

Der Chesapeake Bay Retriever Halter steht etwas abseits einer Veranstaltung…um ihn herum seine ein bis drei verschieden farbigen Chesapeake Bay Retriever…um sie herum, die Umwelt mit anderen Menschen und Hunden, akzeptiert aber nicht zwingend notwendig!

The Dogs from Chesapeake Bay…

When the nature isn’t nice it reflects on the people and their dogs in a special way.

Not many are made for these challenges. You live in a more than one way dangerous environment of one of the most astonishing countryside in North America and the resulting loneliness.

Hermits and their dogs are rarely romantics, yet still they are glorified as such.

Hermit and their dogs are necessarily demanding and hard on themselves and their companions.

Hermits and their dogs are formed in the way that the natural conditions require.

The dog, the inhabitant of the Chesapeake Bay bears the robust requirements in his origin inside and outside. His coat color mixes on a color palette with the color shades of the nature surrounding him.

It is brown like the fresh soil, yellow like the long, dry grass and reddish like the broadleaf forest. If the observation is briefly the coloration may appeal a little fuzzy or dead but unfolds their whole intensity in the natural surroundings. Here the natural beauty comes to light. Formed by the great river the coat is dense, oily and protects his skin from water and coldness.

In the rough winter months, he effortlessly breaks ice with his body, to do “his” job while hunting with his owner. If the prey does try to dodge, the Chessie will dive to get it.

You can call yourself happy, if you experience the Chesapeake Bay Retriever the first time on a hunt. It is rarely love at first sight. However you can ultimately feel the dignity and majesty of these dogs. On the first encounter some observer mutters: “What kind of a dog is that?”

Impressive and fascinating they keep their distance and demand the same of the people and their fellow species. Rash and obtrusive encroachments, like his retriever relatives endure quite natural, prohibits the Chesapeake by his natural behavior.

It needs an “experience with” him to get a view in the soul of the Chesapeake. The Chesapeake Bay Retriever charms the people, who are ready to walk offside the beaten track. As undemanding as he is for his surroundings, as demanding he is in his relationships.

He guards his owners and their belongings, even if the owner might think it is not necessary…Contrary to some of his canine hunting colleagues he won’t forget the “guarding”, even not with the distractions of hunting. With her gun and her Chesapeake Bay Retriever no huntress has to feel anxious in the forest. Self-confidence and consistency in his actions distinguish him. The same he demands of his owner. He demands personality and reliability more radically than other Dogs.

Years ago, my daughter and I went to a hunt in Glottertal in the Black Forest. The paths were iced-up half a meter, and a one meter blanket of snow in the forest. You couldn’t see the fallen trees or the rock fragments anymore. But the three Chesapeake Retriever of a huntress fought their way tirelessly and systematically through these tough conditions without loss of strength. At the end of this challenging hunt the people and their dogs were tired because of the physical effort and the concentration this day demanded of them. Some dogs had visible wounds, but the Chesapeakes stood unaffected beside their owner. This was a day by their nature and their owner. Accidentally I heard how she told another participant that “it could have been a little more” …on a day, which demanded “everything” of other “normal” hunting dogs (yes also terrier are included J ) and from us hunters.

This uncompromising working attitude und their callousness against outside conditions is not satisfied through walks alone.

The Chesapeake won’t be the quickest in the dummy training. But his training ground can be as uncomfortable and tough as possible. Gladly with iced streams, that he can fight his way through. He is devoted to his owner. The Chessie will, after a diligent personality review, become gentle and even charming to his owner. When the other dogs present themselves in a lively and loose kind of way, the Chesapeake will naturally stand beside his owner and observe. These clever eyes are observant, serene and self-confident in watching their surroundings.

The decision for a Chesapeake needs courage and consideration. Living with these dogs will challenge the owner. Other Retrievers are certainly less complicated or we are just used to their behavior more. The Chesapeake with his aloofness and his distinct nature requires structure in his upbringing and training. Especially his undemanding nature torpedoes known training methods and forces the owner to “think in a different way”.

 

When I think about the Chesapeake Bay Retriever I have a particular mental picture:

The Chesapeake Bay Retriever owner stands a little apart from an event…surrounding him are his one to three different colored Chesapeake Bay Retriever…surrounding them, the setting with other dogs and their owners, accepted but not necessary.

 


9 Gedanken zu “Die Hunde vom Chesapeake Bay…

  1. Sehr gut und eindrücklich geschrieben. Ich habe mich beim Lesen geradezu in die Situationen hinein versetzt gefühlt. Hoffentlich trägt dieser Artikel dazu bei, das sich angehende Hundehalter genau überlegen , ob sie der ausgesuchten Rasse mit ihren Eigenschaften gerecht werden können und wollen. Nicht nur bei den Chesapeake Bay Retrievern. Sonst sind am Ende Hund und Halter unglücklich!!

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  2. Ein sehr guter Beitrag der das Wesen es Chessie sehr gut erklärt. Ich selbst habe seit 6 Jahren einen Chessie und kenne auch viele andere Artgenossen. Im Training liebt er die besonders schweren Aufgaben und gibt nicht eher auf bis er das Dummy oder das Wild gefunden hat und es mir apportieren darf. Er orientiert sich komplett an mich da ich ihm genau die Anweisung im Alltag gebe was ihm erlaubt ist. Obwohl er sehr gut sozialisiert ist ist nicht jeder Hund sein Freund. Negative Erfahrungen vergisst er auch nach Jahren nicht.Er ist ein sehr guter Freund und Begleiter und möchte auch gut gefordert werden damit er sich nicht verselbständigt.

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  3. Ich dachte immer, Retriever wären einander sehr ähnlich. Mein erster war ein Goldie-Rüde das sanftmütigste Wesen, das man sich denken kann. Jetzt wohnt ein Labrador-Mädchen bei mir und zeigt mir, was quicklebendig bedeutet – und wenn ich mir Deine Beschreibung über Chassis durchlesen, dann bestärkt das mein Gefühl, dass Retriever bei aller Verwandtschaft doch sehr ungleiche Geschwister sind.

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