Neue Wege lohnen sich…

Unsere kleine Qlementina ist inzwischen 9 Monate alt und der Puppy verwandelt sich in eine stolze Hündin. Hoffentlich!

Noch fällt sie gerne zurück in jugendliche Verhaltensmuster, z.B. als sie vorgestern von uns im Garten vergessen, sich die Zeit mit Buddeln vertrieben hat. Die großen Pfoten schafften einen beachtlichen Krater, im Sommer mit Wasser könnten die Terrier darin schwimmen.
Strenge Verhaltenskodexe wie: „laufe nie an dem Sofa vorbei auf dem Tuula (unsere Patterdale Hündin) liegt“ werden immer wieder überprüft.
Ich bekomme den Eindruck, dass dieser Hund nur eine Gangart kann, Galopp – auch im Haus. Nicht immer bekommt sie schmissig die Kurve, was in der Realität bedeutet, dass uns beim Verlassen des Badezimmers ein Deutsch Kurzhaar entgegen schlittern kann.
Natürlich ahnden wir alle diese Vergehen (außer die Provokationen bei Tuula, die kann sich selbst helfen!) mit strenger Disziplin – „geh auf deinen Platz“! Diese Übung ist perfekt eingearbeitet 375 x am Tag üben und durchsetzen hilft wirklich. Besonders wenn man beachtet, dass wir nicht sehr viel zu Hause sind.

Der Alltag mit Qlementina zeigt, dieser Hund will unbedingt lernen! Grundsätzlich, finde ich, zeigen alle Hunde Lernmotivation. Die Halter sind es, die wertvolle Zeit verstreichen lassen und sich bei den Gebrauchshunden zu viel an Prüfungsrelevanten Aufgaben orientieren.
Sollte nicht viel mehr das Eigeninteresse am Können des Hundes von Bedeutung sein? Die Wünsche des Besitzers Vorrang haben? Meiner Erfahrung nach können alle Hunde wesentlich mehr als die vorgeschriebenen Prüfungsfächer verlangen.
Das Prüfungssystem gibt nicht nur den Inhalt, sondern auch den zeitliche Rahmen der Hundeausbildung vor.
So wird die Schleppenarbeit auf „nach der Jugendsuche/Derby“ verschoben – und wenn diese erst im Herbst nächsten Jahres erforderlich ist nimmt man das Apportieren nicht ernst genug.

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Natürlich arbeitet kein vernünftiger Hundeführer im März Schleppen ein wenn im April die Jugendprüfungen sind aber im September des Vorjahres kann der Hund schon einmal auf der Spur gearbeitet sein. Das verdirbt keine Anlage, keine hohe Nase und bringt auch nicht zuviel Druck und Disziplin an den rohen Hund.
Im Gegenteil, die Bereitschaft und auch das Handling eines sehr jungen Hundes verstreicht. Der Kleine lernt alle möglichen Dinge, verselbstständigt sich unter Umständen und wird stärker.

Qlementina wurde ganz anders aufgebaut. Wir sind nun im Dezember und ihr Repertoire an Können ist beachtlich.
Die Motivation wurde gefördert und gefordert. Operant wie klassisch konditioniert. Die lang verpönten Hilfsmittel der traditionellen Jagdhundeausbildung wie Ball und Clicker werden mit Leidenschaft eingesetzt.
Futter wird großzügig gegeben – bei der Arbeit und nicht mehr nur wie üblich im Napf!

Am wichtigsten für uns Jäger und Hundeausbilder ist das Zurücklassen von Grenzen im Denken.
Es hat mich wirklich beeindruckt wie viel Wertschätzung Uwe Heiß z.B. gegenüber Agility, Obedience, Hüten, Schutzhundesport uvm. mitbringt.
Andere machen auch gute Arbeit, warum nicht von den Erfolgreichen profitieren.
Was alle Erfolgreichen eint ist der Fleiß und ein strenges Wort bei Ungehorsam.

Qlementina profitiert derart von dieser Ausbildung, dass sie sich über Arbeitsbereitschaft selbst belohnt.
So standen gestern Mittag alle Hunde und ich in unserem Wohnzimmer und warteten auf Liska, die mit einem Telefonat aufgehalten wurde. Mantel, Mütze und Schal trug ich schon, womit unseren Hunden klar war was jetzt kommt. Die Älteren setzten sich und übten sich im Warten während Qlementina, unverständig der Verzögerung, zwischen Türe und mir pendelte.
Plötzlich, wie einer Eingebung folgend, kam sie direkt zu mir, drehte sich neben mir ein und bot mir die Fußposition in Vollendung.
Dieser kleine Hund hat gelernt, durch eigenes sinnvolles Handeln Einfluss auf seine Situation zu nehmen. Da sie gerade intensiv im perfekten Fuß gearbeitet wird, schien ihr diese Möglichkeit am naheliegendsten.
Dann buddelt man auch gerne noch ein paar Mal Krater im Garten wieder zu.


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