Apportieren, die Königsdisziplin – Teil 1

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Die Prüfungssaison naht und das Apportieren wird zum Zünglein an der Waage!

Das „Bringen“ von Wild ist eine der naheliegendsten Aufgaben unserer Jagdhunde. Bei den Retrievern, Vorstehhunden, Stöbernden wie dem Deutschen Wachtelhund oder Spaniel Bestandteil aller sinnvollen Prüfungen und auf der Jagd unerlässlich.

Dass Apportieren ihre wahre Leidenschaft ist und sie gerne ALLES stundenlang umhertragen zeigen sie uns bereits im Kleinwelpen Alter. In der Pubertät bezwingen sie Baumstämme und schaffen diese mühevoll und ehrgeizig aus dem Wald.

Stolz blicken wir auf unseren Nachwuchs und sind uns sicher das Apportieren wird ein Leichtes.
Freudig springt der junge Hund hinter den Dummies her und bringt sie zumindest in unsere Richtung zurück.

Sobald der Hundehalter nun beginnt an den Feinheiten zu arbeiten verweigert sich der Hund strikt. Meistens zeigen sie sich nicht bereit das Level der freiwillig erbrachten Leistung zu erweitern.

Die meisten Hundehalter entwickeln nun eine Kreativität wie sie, glaube ich, nur von Hundebesitzern erbracht werden kann.

Das Werben um den Apport beginnt und gleicht einem Tänzchen.

  1. Die Umgebung wird sorgfältig ausgewählt (auf keinen Fall eine nasse Wiese!)
  2. Die Tageszeit wird bestimmt: „…morgens ist Lumpi noch nicht in der richtigen Stimmung….“
  3. Die Wahl des Apportels ist Erfolgsbestimmend: „ …bis gestern mochte er nur grüne Dummies, seit heute nimmt er nur Rote!“
  4. „Da gibt es eine neue Firma, die verkaufen super spezial Dummies Stück für 75,- €, die nimmt jeder Hund!… außer Lumpi!
  5. „Nur wenn Lumpi das orangene Halsband trägt, apportiert er (jeden zweiten Tag).
  6. „Heute ging gar nicht, der Lumpi war wirklich schlecht drauf…“

Die meisten Hundehalter sind nach einer Weile frustriert in ihrer eigenen Kreativitäts- und Erklärungsmühle gefangen, dass das eigentliche Vorhaben total in den Hintergrund rückt.
Prüfungen werden aufgeschoben bis alle Möglichkeiten verstrichen sind und die konsultierten Ausbilder sind leider auch ratlos oder verlieren das Interesse.

Was bleibt ist das Gefühl versagt zu haben und dem Hund nicht gerecht zu werden.
Natürlich gibt es Hunde, die „freiwillig“ einigermaßen zuverlässig arbeiten, aber es ist immer eine unsichere Sache.

Unserer Meinung nach beginnt das Apportiertraining im Welpenalter und nicht erst nach dem Zahnwechsel!

Zuallererst muss sich der Hundehalter klar machen, was Apportieren bedeutet und was der Hund dafür braucht:

  1. der Hund muss sitzen
  2. der Hund muss bleiben
  3. der Hund muss Ruhe aushalten
  4. der Hund muss seinen Halter wahrnehmen und beachten, also ernst nehmen
  5. der Hund muss den Befehl „Voran oder Apport“ kennen und können
  6. der Hund muss unverzüglich das Dummy greifen….
  7. …..aufnehmen
  8. ….. zurück bringen und halten
  9. nun kommt wieder das Sitz
  10. und die Ruhe
  11. bis der Halter dem Hund das Dummy abnimmt
  12. nun endlich, die gemeinsame Freude!

Diese Aufspaltung des Apportiervorgangs zeigt wie unerlässlich wieder einmal der Grundgehorsam des Hundes ist. Es macht also keinen Sinn diesen bis nach dem Zahnwechsel aufzuschieben. Ein zuverlässiges Sitz am Bein des Halters lässt sich auch mit kleinen Hunden einarbeiten. Ein in der Jugend begonnenes Training ist auch lernbiologisch von Nutzen, fördert es doch die Intelligenz des Hundes.


4 Gedanken zu “Apportieren, die Königsdisziplin – Teil 1

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