Wunschhund

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Es gibt eigentlich für alle Rassen ausreichend Züchter, die meisten züchten gut begabte Hunde. Ein befreundeter Tierarzt betont immer, dass die Jagdhunde heute alle extrem gut veranlagt sind. Schwierigkeiten bei der Ausbildung, schlechte Prüfungsergebnisse oder Verhaltensauffälligkeiten liegen meistens an dem Herrn oder der Dame die, nach acht Wochen, hinter dem Hund herlaufen.

Und trotzdem kann es den einen Hund geben, der mir begegnet ist und mir so gefallen hat, dass ich unbedingt einen Hund aus dieser Zucht haben möchte.

Das darauf folgende Bewerbungsverfahren gleicht dem der Jünglinge früherer Zeit bei den Eltern ihrer Geliebten.

Das Herz klopft das erste Mal mit der Veröffentlichung des Züchters über Läufigkeit, Deckrüde und sichtbaren Deckerfolg. Die Zeit bis zum Ultraschall, der die Gewissheit über die Trächtigkeit der Hündin bringen soll, ist der richtige Zeitpunkt für die erste Kontaktaufnahme.

Nur was soll man schreiben? Wie schreibt man einem unbekannten Menschen, dass man der Richtige für seinen Welpen ist ohne wie der allergrößte Angeber rüberzukommen? Wie drücke ich Begeisterung aus ohne wie ein absoluter Schmeichler dazustehen?

Die Chancen werden kleiner, wenn der Züchter antwortet die Liste sei lang. Wahrscheinlich gibt es dann auch Interessenten, die dem Züchter persönlich bekannt sind und welche mit ihren aktuellen Hunden schon Vorarbeit geleistet haben.

Bleibt nur die Hoffnung nicht aufzugeben, dranzubleiben und einen unwiderstehlichen persönlichen Eindruck zu hinterlassen.

Verbunden mit allen Fragen, die ein Werben mit sich bringt:

„Was ziehe ich an?“

„Was sage ich?“

„Nehme ich meine Familie mit – guter Eindruck!?“

„Benehmen sich meine Kinder nicht – schlechter Eindruck!?“

„Stellt mein Partner die richtigen Fragen – guter Eindruck!?“

„Erzählt mein Partner wie viel ich manchmal arbeite – schlechter Eindruck!?

Das Hoffen und Bangen geht weiter. In wenigen Lebensbereichen, die einem als Erwachsenen begegnen, müssen wir so sehr mit unserer Persönlichkeit punkten. Berufliche Bewerbungsgespräche laufen in erster Linie über Qualifikation. Wohnungssuche geht über Verdienstnachweis und das Erfüllen der vorgegebenen Bedingungen.

Doch der Besuch beim Züchter ist eine persönliche Begegnung. Authentische Ausstrahlung und die Liebe zu Hunden, im speziellen zu seinen Hunden, können der Schlüssel zum Erfolg sein. Aufregung darf dabei sein. Es wird jeden Züchter freuen, wenn die Bewerber menschlich und nicht unnahbar auftreten.

Der Züchter liebt und achtet seine Hunde, nur aus finanziellen Aspekten ist das korrekt betriebene Zuchtwesen kaum lohnenswert. Die Liebe und die Achtung der Hunde sind die Motivationen die ein Hundehalter mitbringen muss. Hunde, die in ihrer neuen Familie geliebt und geachtet sind, werden ein artgerechtes, erfülltes Leben führen. Diese Grundvoraussetzungen mit der Bereitschaft zur Aktivität werden dann hoffentlich auch den Wunschzüchter überzeugen.

Hält man dann nach acht oder zehn Wochen seinen Wunschwelpen im Arm beginnt eine erfüllte Zeit, die wir mit diesem Blog gerne begleiten.


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